Diskussion über Themen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in/mit Westafrika einschließlich (und vor allem) der politischen sowie sozio-ökonomischen Bedingungen in den Ländern und was EZ bewirken kann -- oder auch nicht -- oder ob sie aber nicht sogar schadet. ACHTUNG: In Ermangelung von Kommentaren lediglich Beiträge zu EZ-Themen. _________________________________________________________________

21. April 2009

Dead Aid

Kofi Annan, former United Nations Secretary-General


Dambisa Moyo makes a compelling case for a new approach in Africa. Her message is that "Africa's time is now". It is time for Africans to assume full control over their economic and political destiny. Africans should grasp the many means and opportunities available to them for improving the quality of life.

Dambisa is hard – perhaps too hard – on the role of aid. But her central point is indisputable. The determination of Africans, and genuine partnership between Africa and the rest of the world, is the basis for growth and development.


more >> here

11. April 2009

Mehr Geld, weniger Entwicklung: Wie Afrika seine Würde verliert

SPIEGEL Online:

GESCHEITERTE ENTWICKLUNGSHILFE

Wie Afrika seine Würde verliert

Auszüge:

Afrika braucht Unterstützung - aber nicht jene, die der Westen derzeit leistet. Die herkömmliche Entwicklungshilfe habe den Kontinent zum unselbständigen Almosenempfänger erzogen, meint SPIEGEL-ONLINE-Autor
Kurt Gerhardt:Viel besser als Geldgeschenke wirkten Kredite.

Die ausgestreckte Hand ist das Symbol des Kontinents

Nach einem halben Jahrhundert Entwicklungshilfe für Afrika ist die ganze Geberwelt immer noch überzogen mit einem Netz von Hilfeagenturen aller Art, staatlich und privat. Regierungen, Kommunen, kirchliche Hilfswerke, Unternehmerverbände, Gewerkschaften, eine unübersehbare Zahl von Wohltätigkeitsverbänden, Schulen und Patenschaftsvereinen - alle helfen Afrika, oder besser: wollen helfen. Und Afrika nimmt gern, auch wenn es die eigene Würde verletzt. Die ausgestreckte Hand ist geradezu zu einem Symbol des Kontinents geworden. Die Menschen hüben und drüben haben sich an diesen Zustand so sehr gewöhnt, dass diese Absurdität ihnen normal vorkommt. (...)

Das Geben und Nehmen festigt die Abhängigkeit Afrikas und verhindert Entwicklung. Es missachtet die banale Einsicht, dass Entwicklung immer nur das sein kann, was Menschen und Gesellschaften für ihr Fortkommen selbst leisten. Was wir tun, ist ziemlich uninteressant. Was sie tun, die Afrikaner, ist entscheidend. Ihre Eigendynamik ist durch nichts zu ersetzen, auch durch keine noch so gut gemeinte Hilfe von außen.

Mit der Entwicklungsdynamik Afrikas sieht es schlecht aus. Natürlich gibt es für alles gute und leuchtende Beispiele, aber typisch für den Kontinent sind sie nicht. Wer Entwicklungsdynamik erleben will, muss auf die quirlige Betriebsamkeit aufstrebender Länder Ostasiens schauen, wo internationale Entwicklungshilfe eine geringe Rolle spielt. (...)

Trotz dieser Widrigkeiten kann der Maßstab für die Qualität unserer Entwicklungshilfe nur sein, inwieweit es ihr gelingt, afrikanische Eigendynamik zu wecken und zu stärken. Diese simple und fundamentale Einsicht wird in der Praxis der Entwicklungshilfe zuwenig beachtet. Um die Leistung der Geberstaaten zu messen, schaut man stattdessen auf die sogenannte ODA-Quote (Official Development Assistance; Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttonationalprodukt) und täuscht sich damit selbst. Denn mit Entwicklung hat diese Quote wenig zu tun, mehr mit dem Gegenteil. (...)

Aus Washington oder Brüssel wird das Heil nicht kommen

Bei jedem Auftauchen eines Problems nach ausländischen Gebern und Helfern zu rufen, die es lösen sollen, wird sie nicht weiterbringen. Aus Washington, Brüssel oder Berlin wird ihnen das Heil niemals kommen. Es wird entweder aus ihren eigenen Köpfen und Händen kommen - oder gar nicht.

Zum mangelnden Entwicklungsstreben haben wir gehörig beigetragen ... (...)

Afrika muss selbst mehr Verantwortung übernehmen

Die Dinge stehen auf dem Kopf: Es ist nicht wichtig, wann gewisse Finanzierungsziele erreicht werden, sondern welche Aufgaben zu erfüllen sind. Wieviel Geld dazu nötig ist, kann erst danach berechnet werden. Von vornherein zu sagen, die Entwicklungshilfe brauche mehr Geld, ist daher falsch. Genauso töricht war im Jahre 2005 der Beschluss des G-8-Gipfels im schottischen Gleneagles, die Entwicklungshilfe für Afrika zu verdoppeln. Auch wenn alle Bonos, Geldofs und Campinos dieser Welt auf "mehr Geld" setzen, bleibt diese Politik gefährlich für die Entwicklung Afrikas.

Der aus zahllosen Agenturen und Organisationen bestehende gigantische internationale Entwicklungshilfeapparat ist zu weit von der Wirklichkeit entfernt. Er dreht sich um sich selber und kreist um den afrikanischen Kontinent wie ein Raumschiff, in dem fleißige und engagierte Fachleute unentwegt Strategien ersinnen, Konferenzen abhalten, Konsense schmieden, Studien publizieren, Agenden formulieren, makro-ökonomische Modelle durchrechnen und jedenfalls Tonnen von Papier produzieren, bei denen man besser nicht fragt, wer sie liest. Dieses Raumschiff funktioniert so perfekt, dass es auch ohne Afrika gut existieren könnte. (...)

Nochmals der >> Link zum vollständigen Artikel auf SPIEGEL online.

Logischerweise stimme ich in den meisten Punkten mit meinem Kollegen überein. Allerdings ist der Schluss mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit der Bildungsanstrengungen etwas kurz gegriffen. Sicherlich ist diese sehr kompakt gefasste Forderung auch der Vorgabe von SPIEGEL Online geschuldet, sich kurz und griffig zu fassen. Bildung ohne den entsprechenden Kontext ist allerdings eine Nullnummer! Was nötig ist, ist eine umfassende Exit Strategy, die sich m.E. über einen längeren Zeitraum von bis zu 2 bis 3 Jahrzehnten hinziehen muss und wo die Conditionalities (z.B. Herstellung WIRKLICH gerechter Handelsbeziehungen) bei uns im Norden, nicht bei den EL im Süden liegen.

Mehr dazu in meinem Beitrag vom letzten Jahr (zur Exit Strategy vor allem am Ende):

>> "Entwicklungshilfe auf dem Prüfstand"

14. Februar 2009

Ghana: Tomato Farmers Commit Suicide

"A number of small scale tomato farmers committed suicide in 2007 as a result of their inability to pay off loans, according to findings of a study conducted to ascertain the implications of current trade reform programmes on small scale producers, especially women."

Ich gehe einmal davon aus -- was anderes, also eine eigenmotivierte und -bestimmte Entwicklung gibt es hier ja nicht (mehr) --, dass diese FarmerInnen von ausländischen Experten im Rahmen der Entwicklungshilfe, pardon Technischen Zusammenarbeit, in der Produktion von Tomaten "trainiert" und zur Aufnahme von Krediten "animiert" wurden. Diese Experten-Teams (oft ist dann noch ein Doktorand/PhD-Kandidat dabei, der die Chose wissenschaftlich begleitet) beraten und entscheiden in Unkenntnis der hoch komplexen sozio-politico-ökonomischen (gibt es diesen Term?!) Situation in Ghana und glauben sich aber im Besitz der technischen (Schul [TZ]-) Wahrheit. Dass sie die für sie politisch und kulturfremde komplexe Situation, die Bierwirth z.B. als Vorderbühne/Hinterbühne bezeichnet (den Literaturlink liefere ich noch nach), nicht kennen, kann man ihnen ja nicht vorwerfen. Höchstens die Arroganz, mit der sie diese Existenz ausblenden bzw. verneinen (... ich bin doch Agrar- oder was auch immer Experte, nicht Politiloge). Sie kennen aber auch nicht die ihnen eigentlich weniger fremde EU Agrar- und Handelspolitik, die ihr Projekt von Vornherein zum Scheitern verurteilt bzw. konterkariert -- und dafür gibt es ja wohl keine Ausrede mehr:

"At the time [2006] the Ministry of Trade and Industry confirmed that for the year 2000, Ghana imported about 10 million kilograms of tomato paste at about $8.9 million. This rose to about 12 million kilograms at $9.6 million in 2001. The year 2002 saw the importation of 16.4 million kilograms at a total cost of $12.7 million.

The European Union is reported to have exported 27, 000 tonnes of preserved tomatoes to Ghana in 2003. Though years 2004, 05 and 06 figures were not available, the trend suggested that in each year, Ghana's import volume of tomato paste jumped by about 23%.

Again, at the time tomato imports had put about 1,250 Ghanaian tomato farmers at risk of being pushed out of employment. According to the national president of the Peasant Farmers Association of Ghana (PFAG), Mr. Mohammed Nasiru Adams, over 700 tomato farmers had already been rendered unemployed as a result of the imports."

Natürlich weiß ich auch, dass das Projekt, pardon die Sektorförderung, in Regierungsverhandlungen entschieden (aufgrund von TZ-Expertise!) und festgeschrieben wurde (siehe unten zu Eliten) und den Agrarexperten keine Schuld trifft. Er tut ja nur seine Pflicht. Genau, da ist es: keiner ist verantwortlich, wir tuen alle nur unsere Pflicht.

(Nur am Rande (das hat mit meiner Argumentation hier nicht so viel zu tun):

"... it would be recalled that by 2006 Ghana was second only to Germany in the world, consuming an average of twenty-five thousand (25,000) tonnes of tomato paste in a year at a total cost of about 25 million dollars.")

Wir halten mit unserer Entwicklungshilfe (EH) die Eliten an der Macht, die nicht an der Entwicklung ihrer Landwirtschaft (u.a.) -- der den größten Sektoranteil an EH ausmacht! -- und damit an dem Überleben Tausender Menschen -- von unserem Ziel der Armutsreduzierung einmal ganz abgesehen -- interessiert sind, sondern nur an den durch Korruption "erwirtschafteten" Profiten der Importe, d.h sie sind (nur) an der Steigerung von Importen interessiert. Daher kann sich selbst in einem demokratischen Musterländle wie Ghana keine Entwicklung einstellen. Das Wachstum der Ära Kufuor war Wachstum ohne Entwicklung.

An all dem ändert auch nichts, dass hier ständig irgendwelche IMF, WB etc. Missionen weilen und die Finanz- und Sektorvertwaltungen von ihrer eigentlichen Arbeit abhalten --mehr als das Jahr Tage hat!

Aber wie mir meine Freunde von der TZ versichern (für die ich auch viele Jahre in den 1990ern gearbeitet habe), ich sei ja nicht mehr auf dem Laufenden, es habe sich doch Vieles verbessert! Na, da bin ich aber beruhigt ...

Dabei ist es völlig unerheblich, ob sich etwas im Detail verbessert (folglich ist auch das ganze Gedöns um die Steigerung der Aid Effectiveness vollkomnmen am Thema vorbei -- und die Hunderte von Millionen, die in entsprechende Konferenzen gesteckt werden, rausgeschmissenes Geld), wenn das ganze System nicht stimmt und kontraproduktiv ist.


Ich hoffe, Sie haben heute Ihrer Lieben/Ihrem Lieben Valentinsgrüße geschickt! Ich liebe dich! I love you. Je t'aime.

Hier der Link zum entsprechenden Artikel in Public Agenda (daraus sind die Zitate): >> Tomato Farmers Commit Suicide

Siehe auch: >> Is Ghana's Citrus Farming Being Ruined? (GhanaWeb)

In dem folgenden IRIN-Artikel wird auch noch einmal der Kontext zu den -- unheilvollen -- Auswirkungen der EPAs (sog. Economic Partnership Agreements der EU) dargestellt: >> Plummeting profits drive tomato farmers to suicide

P.S.:
Ich weiß, dass ich hier immer wieder Bekanntes -- und oft auch empirisch Nachgewiesenes -- holzschnittartig wiederhole. Es ist die Ausnahme, dass es dann so offensichtliche Fälle gibt: Normalerweise begehen die Geförderten nicht gleich Selbstmord (oder wir erfahren nie etwas davon; das ist nun wieder dem Musterländle Ghana geschuldet). Die negativen Auswirkungen auf das tägliche Leben der Zielbevölkerung ist i.d.R. viel subtiler!

6. Februar 2009

Deadly Duplicity? | Tödliche Doppelzüngigkeit?

"The Ghanaian and African problem of economic depression – called underdevelopment in our case - now threatens to be a global problem not to mention the high-profile suicides in UK and Germany amongst others. Noam Chomsky put the World Bank duplicity in his own words: “It is a worldwide crisis and it is very serious. It is striking that the ways that Western countries are approaching the crisis [entirely contradict] the model that they enforce on the Third World when there is a crisis. So when Indonesia has a crisis, [or] Argentina and everyone else, they are supposed to raise interest rates very high and privatize the economy, and cut down on public spending, measures like that. In the West, it is the exact opposite: lower interest rates to zero, move towards nationalization if necessary, pour money into the economy, have huge debts. That is exactly the opposite of how the Third World is supposed to pay off its debts. That this seems to pass without comment is remarkable.” What is also remarkable is that the approach they force on us in the Third World normally goes with illegal regimes." (Hervorhebungen KDL)

mehr / more >> World Bank Free Market Policy Duplicity (GhanaWeb)

Naja, ich finds schon remarkable! Und das zieht sich wie ein roter Faden durch diesen EZ-Blog. Das nur mal so nebenher.

Kommentare zu dem Artikel:

Comment: BAN WB FROM GHANA, Author: esi begyina, Date: 2009-02-06 00:29:27

Kwami,

We are waiting for a leader who will stand up and sack World Bank, IMF and all those parasitic agencies from ghana. We dont need them. We need our own leadership to mobilize our own resources to find our own way. That is how any developed country in the world made it. Nobody has ever taken loans and grants from WB/ IMF and transitioned from poor to middle income to successful. it never happend anywhere. i still wonder why Africans think they can follow that system and succeed? it simply cant happen. So far after 50+ years of this begger-giver economic model not one specific example of any antion that has used it become successful, self reliant and economic powerhouse. not one.

They say doing the same ting and expecting the same result is insanity. So are we too blind to see it?

From ERP to PAMSCAD to "free markets" to HIPIC. Still no progress. More dependency. Neo-colonialism is alive and well in Africa and not going anywhere anytime soon.

We must end it. NOW!

Ghana deserves better.

Comment: Kwami Insighful Article but
Author: Ahmed Bawa Kuyini, Date: 2009-02-06 05:53:12

Dear Kwami,
This is an insightful article. I like your arguments. The problem is untangling ourselves from such a global web is not going to be easy. When countries like China start to embrace these IMF/WB policies, it will be hard for minor players like us to avoid being swept along in the wild current.

Comment: Free Market, Author: ken, Date: 2009-02-06 02:36:37

It is interesting your comments about printing money to solve our economic problems. What you have forgotten is that,it does not make sense to print 'more' money into the economy when inflation is high.The UK gov't is printing money cos the there is deflation which means it make sense to do this policy.

On your criticism on free market as opposed to socialist agenda, we can't copy the likes of Hugo Chavez, Fidel Castro, or China which takes the people right for granted. Moreso, all these countries practising socialist ideologies end up enriching themselves by living comfortable at the expense of people.

In all cases, they ended up providing second/third rated services to the populace. Take for instance before the NPP came to power one have to queue for days/months b4 Ghana Telecom would provide that person a fixed line. What is happening now is that GT/Vodafone is providing free calls to customers during weekends. This thing would never happened under socialist/communist gov't.

Even China and Libya have opened their economy for the private sector participation.

29. Januar 2009

EZ: Des Volkes Stimme!

Auf WELT Online erschien der Artikel:
Trotz Finanzkrise
Wieczorek-Zeul verteidigt Entwicklungshilfe
29. Januar 2009, 11:56 Uhr

Ist es in Ordnung, Millionen in Entwicklungshilfe zu stecken, während das eigene Land in einer schweren Finanzkrise steckt? Nein, sagt die FDP. Sie will lieber die Bürger finanziell entlasten. Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul sieht das anders: Entwicklungs-Aufträge kämen auch vielen deutschen Firmen zugute. >> mehr

Hier eine Auswahl Leser-Kommentare zu dem Artikel:

29.01.2009, 12:11 Uhr
wulf359 sagt:

Es wäre schön wenn die Ministerin den Mehrwert einmal genau in Euro und Cent ausdrücken könnte. Ansonsten halte ich das ganze nämlich für ein Ablenkungsmanöver! Es gibt in diesem Land genügend Not und Elend um das sich zuerst zu kümmern wäre bevor man so freigiebig an andere verteilt!

29.01.2009, 12:12 Uhr
mr-soke sagt:

Man kann nur Spenden was man hat. Wen ich Schulden machen muß um zu Spenden das ist das ein Verbrechen an unseren Kinder.

29.01.2009, 12:15 Uhr
jojo sagt:

@Entwicklungs-Aufträge kämen auch vielen deutschen Firmen zugute.

Warum schenkt Wieczorek-Zeul das Geld nicht direkt der Wirtschaft, so wie Merkel das macht? Dann bleibt nicht so viel Geld an den schmierigen Händen irgendwelcher Diktatoren kleben. Oder hat die Dame davon Vorteile?

29.01.2009, 12:18 Uhr
lol sagt:

entwicklungshilfe kommt doch gar nicht den hungernden zugute. die gelder stecken sich die korrupten machthaber in die tasche und halten diese an der macht. ein stop der entwicklungshilfe würde also positiv sein für beide seiten.

29.01.2009, 12:19 Uhr
das war wohl nix sagt:

Ich sage nur Kinder- und Bildungsarmut in Deutschland. Welche Länder schicken uns endlich Entwicklungshilfe?

29.01.2009, 12:20 Uhr
Allesistanders sagt:

Bitte Frau Wieczorek, Entwicklungshilfe für mich. Ich baue mir dafür ein Tolles Haus und verspreche: Diese Aufträge kommen schließlich deutschen Firmen zugute.

29.01.2009, 12:20 Uhr
Rafael mit offenem geist sagt:

Migrationsbewegungen sind heute hauptsächlich durch kapitalistische Druckprozesse = Existenznöte ausgelöst!! Wer in Afrika nackte Angst zu verhungern hat, flüchtet eben nach Nordne, ins "Paradies" Europa, weil es hier einen (noch leidlich) funktionierenden Sozialstaat gibt. Daran sind aber nicht die MigrantInnen schuld, wenn sie als Wirtschaftsflüchtlinge diffamiert werden, sondern der Kapitalismus selbst! Weltweite Ungerechtigkeit muss an der Wurzel bekämpft werden.

Seltsam, dass gerade die NPD das nicht kapiert. "Sozial geht nur national"? Nein, ganz im Gegenteil, die Herren Ewiggestrigen! SOZIAL GEHT NUR INTERNATIONAL. jeder Cent Entwicklungshilfe hält einen Migranten von Europa fern. (Europa ist ja überbevölkert)

So gesehen, wäre es eigentlich Zeit für eine Volksfront von Grünen, NPD und DiE LINKE, wenn sie nicht alle so kleinbürgerlich wären. Auch die MigrantInnen würden davon profitieren, weilsie leben ja auch viel liebermit ihrer eigenen Familie und Freunde in ihrem eigenen Dorf in Afrika, als in einem Hartz4-Slum, im (menschlich) kalten Europa.

29.01.2009, 12:21 Uhr
Werner K. sagt:

Dieses Ministerium sollte aufgelöst werden!

29.01.2009, 12:22 Uhr
Swan sagt:

Solange Laendern wie China und Israel 'Entwicklungshilfe' -Gelder aus rein politischen Gruenden ueberwiesen werden bleibt Wieczorek-Zeuls Argumentation fadenscheinig. Sie vergisst auch zu erwaehnen das es durchaus zweifel am Konzept der finanziellen Unterstuetzung gibt, da diese haefig neue, ebenso kontraproduktive Abhaengigkeiten schafft.

29.01.2009, 12:22 Uhr
Juan de Austria sagt:

Wer Entwicklungsländern helfen will, darf nicht Spenden. Erstens kommt nur ein Drittel im Bestimmungland an und zweitens werden durch Güter, die verschenkt werden, Unternehmen zerstört. Ein Bauer kann sein Weizen nicht mehr verkaufen, wenn dieser verschenkt wird.
Bevor Entwicklungshilfe überhaupt greifen kann, muss erst einmal das Privateigentum geschützt werden, d.h. es braucht eine stabile Regierung und ein Mindestmaß an Infrastruktur.

29.01.2009, 12:34 Uhr
Entwicklungshelfer sagt:

„Geht es den Menschen in den Entwicklungsländern gut, geht es uns auch gut.“

Das ist voelliger Bloedsinn. Entwicklungshilfe wie sie in der heutigen Zeit praktiziert wird ist ungefaehr so: Sie haben eine Schule voll mit lauter hungrigen Kinder. 5 Kinder bekommen ein Stueckchen Torte und die anderen 400 gar nichts.

Soviel Geld wird Deutschland niemals aufbringen, damit es den Menschen in den Entwicklungslaendern gut gehen kann. Es geht ja bei uns schon immer mehr Menschen schlechter.

29.01.2009, 12:35 Uhr
ecki sagt:

man kann nur das geld ausgeben was man hat...haben wirs oder nicht .. an sich eine einfache sache - oder?

29.01.2009, 12:39 Uhr
Martin sagt:

Zweifelsohne ist es sowohl nachhaltiger als auch besser, die Lebensbedingungen für alle Menschen in armen Ländern zu verbessern, als einige davon mit den - weltweit gesehen - exorbitanten Wohlfahrtsleistungen in Deutschland zu beglücken, während die in den Herkunftsländern verbleibenden weiter in die Röhre schauen.

Erfahrungsgemäß ist ein Prüfstand jedoch v.a. dort sinnvoll, wo mit schlechtem Gewissen gearbeitet wird. Wer traut sich denn, eine Überprüfung zu fordern, wenn es um hungernde Menschen geht? Exakt in solchen Bereichen wuchert die Verschwendung besonders ungestört.

Respekt daher vor der FDP, die den Mut aufbringt, auch solche Ausgaben kritisch zu betrachten und lieber dem Steuerzahler mehr Geld lässt, als es in sinnlosen Projekten zu verblasen.

29.01.2009, 12:39 Uhr
Ingo sagt:

Jetzt will Deutschland also schon an der Entwicklungshilfe sparen, um "notleidenden" Betrieben wie Continental/Schaeffler aus ihrer eigenverschuldeten Mißwirtschaft zu helfen und Banken zu verstaatlichen! In was für einer Welt leben wir nur? Sparen an den Armen für deutsche Verstaatlichungsaktionen....

29.01.2009, 12:39 Uhr
d'oh sagt:

Bevor Entwicklungshilfe überhaupt greifen kann, muss erst einmal das Privateigentum geschützt werden, d.h. es braucht eine stabile Regierung und ein Mindestmaß an Infrastruktur"

Soll dafür nicht die Entwicklungshilfe sein? Ach nein, die dient ja nur dazu, irgendwelchen Warlords ihre Privatarmeen zu finanzieren.

Eine kritische Auseinandersetzung sollte es mit diesem Thema zumindest geben. Schade, dass Politik so ein Kindergarten voll Prinzipienreiter ist, die nicht an Lösungen, sondern nur an Macht und Rechthaberei interessiert sind.

22. Januar 2009

Ghana's 2009 New Year Message to Africa

"In the midst of the bad and the ugly that goes on in Africa, it is often hard to many for understandable reasons to find anything good. Even with intellectuals who ought to see or know better, pessimism often overshadows any rays of hope for the continent. Sometime last year we came across this highly educated lady with a Ph.D., an American married to a Nigerian and approached her for an interview on the wahala in the Niger Delta region of Nigeria. The Lady in question not only had substantial knowledge on the crisis but had at one moment found herself in conflict with the authorities in Nigeria over some espionage case with neither head nor tail. When the respected Lady heard that a guiding philosophy of PAV was Marketing African Success Stories & More she had a good laugh because in her own words, there was really very little success to write home about. As much as we respect such opinions, we still believe that there is every reason to hope, in fact the theme of our editorial for the December edition was "Keeping Hopes Amidst the Odds". The recent elections in Ghana are a reason for those who consider Africa a basket case to revise their opinions. If there is anyone who still doubts that Africa may be approaching a new dawn, then the elections in Ghana have provided an answer."

>> mehr/more bei/at Pan-African Visions
auch/also >> Ghana's new president: Africa's symbol of a working democracy

11. Januar 2009

Ghana Weltbank Prognose seriös? Wohl kaum!

Kurz nachdem klar war, dass die NPP ihre Macht verliert, veröffentlichte die Weltbank einen Bericht wonach “… the incoming administration would inherit high fiscal and balance of payment deficits that were unsustainable, given the current state of international financial markets.” (>> Quelle) Danach hatte die NPP-Vorgängerregierung in den letzten Jahren das Haushaltsdefizit teilweise durch Einnahmen, die im Rahmen von Privatisierungen etc. entstanden, finanziert – auf Anraten – Geheiß? – der Weltbank.

Die Weltbankberatung geht auf das Jahr 1983 zurück, als ironischerweise Ghana unter Militärherrscher Rawlings als erstes afrikanisches Land ein Structural Adjustment Programm (SAP) mit seinen weit reichenden sozialen Konsequenzen wie hohe Arbeitslosigkeit umsetzte. Es war der Beginn der liberalen Marktpolitik die für Privatisierung, Budgetausgleich und Rückschnitt des öffentlichen Sektors steht. Damit einher geht eine non-interventionist Politik des Staates, die auf niedrige Inflation und Niedriglohn setzt. Und natürlich die Idelogie, dass der Markt es schon richte.

Basiert sind die Wirtschaftspolitiken auf den Statistiken, Analysen und Prognosen der Weltbank, die den Weg im jeweiligen Land vorgibt, dem der Rest der Donorgemeinschaft dann treu (blind?) hinter her trottet.

Da lohnt es sich schon einmal, die Seriosität des Weltbankgebarens kritisch anzuschauen.

Erhellend ist dabei, was ein sog. Economic Hit Man (EHM) zu sagen hat, John Perkins. Er konnte 2004 sein Buch Confessions of an Economic Hit Man veröffentlichen, nachdem es 2003 mehr als 20 amerikanische Verlage abgelehnt hatten. Es erzählt von seiner Karriere bei der Consulting Firm Chas. T. Main. (John Perkins und seine Rolle as Economic Hitman ist übrigens das Thema im zweiten Teil des Films >> Zeitgeist: Addendum, der im Oktober 2008 in die Kinos kam.) >> mehr

In Interviews muss Perkins immer wieder seine Aussagen und Thesen verteidigen, hier ein Beispiel aus 2007, wo er auch den früheren Weltbankdirektor Stiglitz zitiert. Ich habe das Zitat bewusst gewählt, um ein Schlaglicht auf die Seriosität der Weltbankstatistiken, Analysen und Prognosen zu werfen. Sie sind eben alles andere als seriös und verfolgen fragwürdige Zwecke.

“Several pundits criticized what some referred to as my ‘radical accusation’ – that economic forecasts are manipulated and distorted in order to achieve political objectives (as opposed to economic objectivity) and that foreign ‘aid’ is a tool for big business rather than an altruistic means to alleviate poverty. However, both of these transgressions against the true purposes of sound economics and altruism have been well documented by a multitude of people, including a former World Bank chief economist and winner of the Nobel Prize in economics, Joseph Stiglitz. In his book, Globalization and Its Discontents, Stiglitz writes:

To make its [the IMF’s] programs seem to work, to make the numbers ‘add up,’ economic forecasts have to be adjusted. Many users of these numbers do not realize that they are not like ordinary forecasts; in these instances GDP forecasts are not based on a sophisticated statistical model, or even on the best estimates of those who know the economy well, but are merely the numbers that have been negotiated as part of an IMF program.

Globalization, as it has been advocated, often seems to replace the old dictatorships of national elites with new dictatorships of international finance …. For millions of people globalization has not worked …. They have seen their jobs destroyed and their lives become more insecure.
" >> mehr

Es kommt also nicht von ungefähr, wenn die Weltbank in Ghana gerade jetzt spektakulär mit einem Bericht an die Öffentlichkeit tritt über Dinge, die sie seit Jahren weiß und die sie ursächlich mit zu verantworten hat. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!