Diskussion über Themen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in/mit Westafrika einschließlich (und vor allem) der politischen sowie sozio-ökonomischen Bedingungen in den Ländern und was EZ bewirken kann -- oder auch nicht -- oder ob sie aber nicht sogar schadet. ACHTUNG: In Ermangelung von Kommentaren lediglich Beiträge zu EZ-Themen.
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"Eine Reihe von EU-Staaten wurden damit in diesem Jahr von Staaten mit parlamentarischem System in Afrika - Mali (30.), Südafrika (33.) und Ghana (27.) - sowie in Lateinamerika - Uruguay (29.) und Trinidad und Tobago (28.) - überholt. In einigen europäischen Ländern seien Medienmitarbeiter auch vor körperlichen Angriffen nicht sicher, so der Bericht. In Italien seien mafiöse Gruppen und in Spanien (44., vorher 36.) die ETA für Gewalt und Drohungen gegen Medienvertreter verantwortlich. Auch auf dem Balkan dokumentierte Reporter ohne Grenzen (ROG) Fälle von Gewalt gegen Journalisten: So wurde in Kroatien (78.) der Eigentümer und Marketing-Direktor der Wochenzeitschrift "Nacional" bei einem Bombenattentat getötet."
Zum epo-Artikel >> Rangliste der Pressefreiheit: Vorreiterrolle Europas in Gefahr
Rauswurf und rassistische Parolen
"Dabei begegnete Wallraff offenem Rassismus, noch häufiger aber verdecktem. „Europa den Weißen, Afrika den Affen“ rief man ihm nach. Aus einer Kneipe wurde er mit der Begründung herausgeworfen: „Wir kennen uns hier alle. Dich kennen wir nicht. Verstehst du? Ende!“ Eine Wohnung oder Arbeit zu finden stellte sich ungleich schwieriger dar, wenn auch in den meisten Fällen der Grund für eine Absage ungenannt blieb. "
Ich habe eine gemischtrassige Tochter, da weiß ich, wovon der Mann redet!
weiter zum vollständigen Arikel auf >> Focus-Online
Das frage ich mich auch schon lange (und das gilt nicht nur für Ghana). Zum Glück stellt diese Frage aber ein Ghanaer, der übrigens schon älter ist und die letzten Tage der Kolonialzeit noch aus eigener Anschauung kennt. Einige Auszüge aus seinem Featrure-Artikel im Daily Graphic, der größten Tageszeitung Ghanas, vom 12.10.2009:
"The question may take many aback. But on reflection even the small minority who bask in the comforts of foreign largesse would feel a little uncomfortable at their subservience to foreign minor officials. (...)
As I settled down to put these thoughts to paper, a Member of Parliament was commenting on the rehabilitation of Makola market at Ga-Mashi. He said ‘preliminary plans were ready and approach would be made to foreign investors’. I felt salt. 'Can’t we think of doing something for ourselves'? I said to myself. The mind-set should be saved from gathering more cobwebs.Ghana is not a poor un-influential country which must beg to survive. (...)
I was informed that when an ambassador or High Commissioner of a donor country wanted to contact the President, she or he takes the handbag or briefcase and storms into the castle. The envoy walks in when he or she likes. (...)
In so far as we plan our budget expecting subsidy from outside, we would be on the road to neo-colonialist status. Should we mobilise the public to work and suffer a little for a brighter future? Or should we ride in four-wheeled air-conditioned cars and stay in 10-star hotels while those who know the state of our backyard laugh at us?
There is something in pride. Self-reliance breeds confidence. Let us resolve to live within our means while we build the country. Others cannot do it for us. We alone can do it. We resort to the begging bowl and high commissioners of my son’s age will treat us as scum."
Thank you, Mr. K.B. Asante!
>> zum vollen Artikel im Daily Graphic
"Der Hass auf den Westen. Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren"
Jean Ziegler, einer der profiliertesten Globalisierungskritiker, stimmt in seinem neuen Buch ein Loblied auf Evo Morales an. Morales habe "einen historischen Bruch mit der kannibalischen Weltordnung vollzogen und dem Westen eine bittere Niederlage zugefügt". Mit Menschenrechten argumentiere der Westen gerne dann, wenn es seinen Interessen nütze, ansonsten schaue er über Menschenrechtsverletzungen gerne hinweg. "Diese Doppelzüngigkeit - der Westen redet ja immer im Namen der ganzen Menschheit, im Namen universeller Werte - diese Doppelzüngigkeit, die ist nicht mehr erträglich für die Völker des Südens. Seit mehr als fünfhundert Jahren beherrschen die westlichen Länder den Planeten. Dabei stellen die Weißen nur dreizehn Prozent der Weltbevölkerung. Die Weltordnung bringt einer großen Zahl von Männern, Frauen und Kindern des Südens unsägliches Leid und neue Demütigungen. Auch sie nährt den Hass auf den Westen." Einen Hass, den Ziegler nicht prinzipiell als destruktiv empfindet - er könne durchaus konstruktiv genutzt werden. Er schärfe das politische Bewusstsein, den Blick auf das Unrecht. Und könne in diesem positiven Sinne ein identitätsstiftendes Nationalgefühl hervorbringen.
Courtesy Joachim Jahnke: Elfi's kritische Presseschau
In einem Working Paper des Danish Institute for International Studies >> The new 'New Poverty Agenda' in Ghana: what impact? heißt es im Abstract:
"This paper describes and explains the impact of the international-driven ‘New Poverty Agenda’ in Ghana, focusing on the impact of the Poverty Reduction Strategy Papers (PRSPs) adopted by the New Patriotic Party government in power from 2001 until 2008. The paper argues that the New Poverty Agenda has had some impacts, but not they have been limited and not necessarily helpful in achieving long term poverty reduction. The PRSP was seen by the government in Ghana as necessary to secure debt relief and donor resources, and the strategies produced by the government contained broad objectives rather than concrete strategies on how to achieve those objectives and thus had little impact on government actions. The paper discusses what was actually implemented under the NPP government and the factors influencing those actions. It highlights the constraints Ghanaian governments face in pursuing economic transformation within contemporary domestic and international contexts."
Da sind sie wieder, diese verräterischen Terms und Sätze: "international-driven", und: "... was seen by the government as necessary to secure debt relief and donor resources ..."
Und wieviele personelle und finanzielle Ressourcen hat Ghana vergeudet, um hierfür all die vielen Donor-Missions, internationalen Experten und Konferenzen zu hosten und zu betreuen.
In einem Beitrag für die Washington Post vom 21.09.2009 Why the U.S. needs Africa schreibt der ruandische Präsident Paul Kagame, der Anfang Oktober nach Deutschland kommt, u.a.
"It is no longer enough for the United States to work for Africa based on pity; the United States must work with Africa to build both our economies and improve the lives of all of our people. The United States has long supported assistance to Africa. The United States must recognize that Africa is now in a position to be of assistance to the United States. It is time to acknowledge our mutual reliance with clear actions. Yes -- Africa must improve its governance institutions and embrace private-sector development. We appreciate the African Growth Opportunity Act and acknowledge that Africa has not fulfilled its potential; African countries should take responsibility for shortfalls in their efforts and take greater advantage of opportunities under this act.
Meanwhile, the United States should increase financing to U.S. companies wishing to do business in Africa through key financial institutions such as Export-Import Bank of the United States and the Overseas Private Investment Corp. The United States has committed less to African markets than the emerging economies of Asia have; China guarantees nearly 30 times more in loans for investment in Africa than the United States does. Africa's needs are so great that there is ample room for both U.S. and Chinese investment. Increased U.S. investment in Africa would translate into more opportunities for U.S. companies, with high potential for profit flowing back to the U.S. economy."
Ersetzen wir United States durch Europa, dann stimmt es auch. Weg von Pity! Partnerschaft! Gleiche Augenhöhe! Ende des Trendsports Afrika-Ausbeutung! Da sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema: Eine >> Exit-Strategy* ist dringlicher denn je!
* im Artikel ab Seite 43
Kennen Sie Hagen Rether? Ich bisher nicht, bin aber jetzt auf seine engagierten Texte bei einem auf >> YouTube veröffentlichten Video über eine 3sat-Sendung einer seiner Kleinkunsauftritte gestoßen (ab der 6. Minute über Afrika und wirtschaftliche Ausbeutung des Südens). Er hat übrigens den Deutschen Kleinkunstpreis 2008 gewonnen, was ich natürlich auch nicht wusste. Wie auch, wenn man immer in Afrika weilt und nur zu Besuch nach Deutschland geht -- und nach 4 Wochen froh ist, wenn der Urlaub wieder vorbei ist!
Auch hier zeigt sich wieder, wovon ich überzeugt bin: Afrika braucht keine Entwicklungshilfe, sondern der Norden muss endlich aufhören, den Kontinent auszubeuten! Wenn Afrika sich auf Augenhöhe mit uns politisch, wirtschaftlich und kulturell austauscht, ist das eine Win-Win-Situation für alle. Daher ist eine Exit-Strategie der EZ dringender denn je. Siehe hierzu meinen Beitrag zum HLF-3 (rechts oben anzuklicken, ab Seite 43 im Beitrag).